Veit Ferrer

galerie11 Veit Ferrer

1962 geboren in Düsseldorf
1984-1991 Kunstakademie Düsseldorf
1990-1991 Meisterschüler von Gerhard Richter
1988-1992 Aufenthalt in Barcelona, Spanien
1997 Förderpreis Junge Kunst im Krankenhaus, Düsseldorf

Veit Ferrers Leinwandbilder haben auf den ersten Blick etwas unspektakulär Konventionelles, weil sie nicht beanspruchen, die Malerei neu zu erfinden. Auch sie sind keine Montagen, brauchen keine besondere Form und keine konzeptuelle Überhöhung. Ausgehend von Fotografien tragen sie auf der rechtwinkligen Leinwand in einem sensibel durchdachten Gefüge von Linien, die mathematisch konstruiert werden oder sich aus den Motiven ergeben, Farbfelder, gegenständliche Abbreviaturen und vereinzelt auch Darstellungen von Personen vor. In einer gleichermaßen farbendurchfluteten Offenheit wie inhaltlich unergründlichen Atmosphäre breiten sich vor dem Auge des Betrachters Landschaften aus, häufig bezogen auf Lebensorte des Künstlers in Südafrika/der Kapregion, in den spanischen Pyrenäen oder in Katalonien. Wahrnehmung und Erinnerung werden zu einer malerischen Wirklichkeit kondensiert. Veit Ferrers Bilder entfalten ihre Wirkung im Spannungsfeld eines dokumentarischen Realismus und einer irrealen Farbigkeit. Privates und Öffentliches oder Zeithistorisches (Walter Benjamin), auch Politisches, Distanz und Nähe sind für den Künstler Möglichkeiten einer künstlerischen Sicht auf die Welt, die sich an jedem Ort neu formuliert.

(Text: Marietta Franke, Bonn, im Februar 2017)